[Buch] Ich bin Nummer Vier


Autor: Pittacus Lore
Sprache: deutsch
Originaltitel: I am Number Four
Reihe: Lorien-Legacies #1
Seiten: 358
Verlag: Aufbau Digital
Gelesene Edition: Kindle, 7,99€
ISBN/ASIN: B004TQUNBM
Veröffentlichung: 11. März 2011 (erstmals am 03. August 2010)


Inhalt

Wir sehen aus wie ihr. Wir reden wie ihr. Aber wir sind nicht wie ihr. Wir haben Kräfte jenseits eurer Vorstellungskraft. Wir sind stärker und schneller als alles, was ihr je gesehen habt. Wir wollten eins werden und den Feind bekämpfen. Aber sie haben uns gefunden. Nun sind wir auf der Flucht. Wir leben unter euch, ohne dass ihr es bemerkt. Aber sie wissen es.
Neun außerirdische Teenager fliehen auf die Erde, nachdem ihr Heimatplanet Lorien von einem schrecklichen Feind zerstört wurde. Auf der Erde tarnen sie sich als High School-Schüler, immer auf der Flucht. John Smith ist das nächste Opfer. Und dann verliebt sich Nummer Vier ...

Meine Meinung

Abgesehen von "John Smith"s (wie heißt er eigentlich tatsächlich? Das scheine ich entweder komplett vergessen zu haben oder es wurde erst gar nicht erwähnt?) übertrieben romantischen Gefühlen (für einen Mensch, für den er eigentlich gar keine so große Liebe empfinden kann) fand ich die Geschichte wirklich spannend und auch sonst lesenswert.
John als Hauptcharakter ist sehr sympathisch und das Schicksal der Loriener reißt einen wirklich mit.
Mir haben sich zur Lebensweise und den Gepflogenheiten und besonders der Zukunft der Loriener viele Fragen gestellt, die sich aber so einfach in diesem ersten Teil nicht beantworten lassen. Das hat mir ehrlicherweise Lust auf mehr gemacht, sodass ich die weiteren Teile bestimmt auch noch lesen werde. Es verspricht jedenfalls spannend zu bleiben.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir die Beschreibung der Mogadori-Fieslinge. Die sahen einfach aus wie das Klischee es so will: Mantel, Sonnenbrille und grundsätzlich in schwarzer Aufmachung.
Auch der Endkampf gegen die "Bestien", die tatsächlich gar nicht - also wirklich nicht mal mit einer kurzen Beschreibung des Aussehens - näher erläutert wurden, steht auf meiner Contra-Liste. ABER. Die anderen Charaktere und die kleinen Szenen z.B. zwischen Mark James und Nummer Vier machen alles wieder wett.
Und natürlich nicht zu vergessen: Bernie Kosar. Ich meine, der Hund ist doch der Hammer :) Mit dem würde ich auch jeden Tag 5 Meilen zur Schule joggen.
Die Charaktere waren wirklich sehr sympathisch und dass der Autor seine eigene Person mit in das Buch eingebracht hat fand ich auch eine echt coole Idee.

Fazit

Ich bin Nummer Vier fand ich als Auftakt einer Fantasy-Reihe mit liebenswerten Charakteren sehr gelungen und freue mich auf die Fortsetzung.



[Buch] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin


Autor: Lilly Lindner
Sprache: deutsch
Originaltitel: -
Reihe: -
Seiten: 400
Verlag: Fischer
Gelesene Edition: Broschiert, 9,99€
ISBN/ASIN: 978-3733500931
Veröffentlichung: 2015


Inhalt

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Meine Meinung

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin ist in berührendes Buch, wie ich es schon lange nicht mehr gelesen habe.
Niemals hätte ich gedacht, dass Magersucht tatsächlich eine Krankheit sein kann, gegen die man einfach keine Chance hat. Wenn man die Krankheit nicht kennt, geht man davon aus, dass Mädchen, die daran sterben, nicht wussten, was sie tun. Mit diesem Buch habe ich zum ersten Mal das Gefühl gehabt tatsächlich einen Blick auf das Leben einer Magersüchtigen zu werfen. April versucht zu kämpfen und will den Kampf auch gewinnen. Einzig und alleine für Phoebe. Aber die Menschen, die sie am meisten braucht um es schaffen zu können, wollen ihr nicht helfen: ihre Eltern.
Die Liebe, die in den Briefen steckt, sowohl in denen von Phoebe aber ganz besonders deutlich in April's ist so allumfassend und viel zu groß um sie greifen oder in Worte fassen zu können.

Schwestern müssen schließlich zusammenhalten, weil man zusammen viel mehr halten kann als alleine. Gerade wenn man so viel zu tragen hat wie du, ist das wichtig.

Die Geschwisterliebe, von der das ganze Buch erzählt, hat mich umgehauen und zutiefst berührt.
Auch wenn man hier nicht von großen Handlungen oder Entwicklungen sprechen kann, ist die Geschichte trotzdem spannend, fesselnd und auf jeden Fall eine der besten, die ich dieses Jahr gelesen habe.
Weil es an diesem Buch einfach nichts auszusetzen gibt, will ich dieses Thema auch nicht künstlich in die Länge ziehen.

Fazit

Ohne Einschränkungen ein Buch mit höchster Bewertung. Inklusive Stern und Ausrufezeichen.
5 von 5 Bäumchen.



[Buch] The Alchemyst


Autor: Michael Scott
Sprache: englisch
Deutscher Titel: Der unsterbliche Alchemyst
Reihe: Nicholas Flamel #1
Seiten: 375
Verlag: Delacorte Press (Random House)
Gelesene Edition: Taschenbuch, 8,99$
ISBN/ASIN: 978-0-385-73600-8
Veröffentlichung: 2007


Inhalt

The truth: Nicholas Flamel was born in Paris on September 28, 1330. Nearly seven hundred years later, he is acknowledged as the greatest Alchemyst of his day. It is said that he discovered the secret of eternal life.
The records show that he died in 1418.
But his tomb is empty.
The legend: Nicholas Flamel lives. But only because he has been making the elixir of life for centuries. The secret of eternal life is hidden within the book he protects—the Book of Abraham the Mage. It’s the most powerful book that has ever existed. In the wrong hands, it will destroy the world.
That’s exactly what Dr. John Dee plans to do when he steals it. Humankind won’t know what’s happening until it’s too late. And if the prophecy is right, Sophie and Josh Newman are the only ones with the power to save the world as we know it.
Sometimes legends are true.
And Sophie and Josh Newman are about to find themselves in the middle of the greatest legend of all time.

Meine Meinung

Zum Kauf dieses Buchs hat mich das wunderschöne Cover verleitet. Ganz ehrlich: Ich liebe Cover mit mystischen Zeichen und etwas Glitzern und dem Versprechen nach Geheimnissen, die gelüftet werden müssen.
Auch Nicholas Flamel hat mich echt neugierig gemacht, alleine weil man ihn natürlich aus Harry Potter und der Stein der Weisen kennt.
Mit dem wirklich schönen Cover und dem interessanten Hintergrund von Nicholas Flamel war ich dann aber doch etwas enttäuscht vom Inhalt des Buchs. Den Erzählstil aus der Perspektive von sowohl Josh als auch Sophie fand ich seltsam. Keinem von beiden fühlt man sich in der Erzählung besonders nah. Weil die Perspektive ständig wechselt hat man gefühlt auch keine Gelegenheit die beiden richtig kennen zu lernen.
Dazu kommt der Verlauf der Geschichte: Nachdem Josh und Sophie in die Geschichte der Flamels hineingezogen werden und von der Existenz von Magie erfahren haben, machen sie sich auf den Weg, um die Magie der Zwillinge zu erwecken. Irgendwie entwickelt sich das Ganze zu einer Reise ohne Ziel und irgendwann auch ohne Spannung. Die beiden Protagonisten sind überwiegend von ihren neuen Eindrücken überwältigt, ab und zu verzweifelt und ständig einfach nur ratlos. Ich fand das Ganze nach einer Weile wirklich extrem nervraubend und einlullend.
Dee ist für mich kein Bösewicht, den man tatsächlich fürchten muss. Er ist nicht wirklich der Drahtzieher des Bösen, sondern nur die Exekutive im Hintergrund agierender "Götter".
Im Grunde erscheint er als schwacher Mensch, der dem Versprechen nach Macht verfallen ist.
Am meisten gestört hat mich aber ehrlich gesagt die besonders am Ende immer noch nicht vorhandene Spannung. Wäre Josh letztendlich der dunklen Seite verfallen und hätte somit das erforderliche Maß an Spannung geschaffen, wäre ich auch bereit gewesen den zweiten Teil zu lesen. Leider tun aber alle Beteiligten, die nicht offiziell böse sind, das Richtige, was einfach nur langweilig ist.

Fazit

Leider eine Enttäuschung aufgrund welcher ich die Reihe nicht fortsetzen werde. Schwache Charaktere und ein sehr dünner Handlungsstrang machen das Lesen nur bedingt zu einem Vergnügen.
Nur 2 von 5 Bäumchen.



[Monatsrückblick] August 2016

August - endlich hat sich der Sommer zumindest ein wenig gezeigt und uns ein paar wirklich tolle Tage beschert.
Ich habe einiges gelesen, aber wenig gebloggt. Ich muss allerdings sagen, dass das voraussichtlich auch im September erst mal nicht besser wird, weil jetzt endlich bald unser heiß ersehnter Urlaub ansteht und ich von unterwegs keine Chance haben werde, etwas zu schreiben. Und ganz ehrlich - ich brauche dieses Jahr eine Auszeit, einfach von (fast) allem. Ich hoffe danach die Lust wieder zu finden, zu jedem Buch eine Rezension zu schreiben.
Vorerst möchte ich euch aber noch mit meinem Monatsrückblick für den August beglücken :)

Gelesene Bücher: 6


Gekaufte Bücher: 1

    • Mag Haston: Paperweight

    Lesestatistik (gesamt 2016)

    Bücher: 56/75 (74,66%)
    Seiten: 21.914/30.000 (73,04%)

    Im Durchschnitt gelesen (August 2016)

    Bücher: 0,19 pro Tag
    Seiten: 70 pro Tag


    Lieblingsbuch des Monats


    Wirklich überzeugen konnte mich diesen Monat nur ein Buch und das war Lilly Lindners Was fehlt, wenn ich verschwunden bin.
    Das gesamte Buch war geladen mit Emotionen und die Geschichte von April und Phoebe hat mich ehrlich berührt.
    Dieses Jahr bin ich wirklich äußerst sparsam mit 5-Sterne-Bewertungen umgegangen und ich frage mich des Öfteren, woran das lag. Mit diesem Buch habe ich aber eine Geschichte entdeckt, die es ehrlich wieder verdient hat.
    Dafür gibt es eine klare Kaufempfehlung und den Titel Lieblingsbuch des Monats :)



    Flop des Monats

    Der August hatte zwar mehr als eine Enttäuschung, aber ich will ganz ehrlich über Harry Potter "Teil 8" nicht mehr sprechen und Bird Box war zumindest ziemlich gruselig. Stellenweise.
    Als Flop vorstellen würde ich gerne The Alchemyst. Ich bin von Zeit zu Zeit ein sehr, sehr oberflächlicher Leser und  - na klar - gewinne den ersten Eindruck eines Buchs über das Cover. Hier war es so, dass mich das Cover sofort auf das Buch aufmerksam gemacht hat - ich liebe verschnörkelte Cover, die von geheimnisvollen Welten erzählen, die ich unbedingt kennen lernen will. Allerdings hat sich mit dem Lesen herausgestellt, dass ich diese beschriebene Welt nicht so kennenswert fand, wie ich dem Cover zufolge dachte.
    Schon vor Jahren hatte ich mir Teil 1 bis 3 in der englischen Taschenbuchversion gekauft und muss mich nun nach dem ersten Teil geschlagen geben und werde die Bücher wohl wieder verkaufen...
    Woran lag es? Mit der Beschreibung der Geschichte aus zwei Sichten - die der Zwillinge - fand ich es sehr schwierig zu den Hauptpersonen eine persönliche Verbindung herzustellen. Zudem war die Handlung überwiegend geprägt von Verzweiflung und Ratlosigkeit der Hauptfiguren, was ich ehrlich gesagt ermüdend fand. Ich hatte grundsätzlich einfach falsche Erwartungen an das Buch und hatte mir das erforschen einer mystischen Welt gewünscht und gefühlt eine Achterbahnfahrt durch einen Irrgarten bekommen.

    Bewertungen im August




    Und wie sah euer August aus? Über das Wetter kann hier keiner meckern! Und die meisten hatten wohl auch noch Ferien, da kann es einem ja nur gut gehen, oder?


    [Buch] Blinde Vögel

    Autor: Ursula Poznanski
    Sprache: deutsch
    Originaltitel: -
    Reihe: Beatrice Kaspary #2
    Seiten: 476
    Verlag: rororo
    Gelesene Edition: Taschenbuch, 9,99€
    ISBN/ASIN: 978-3499259807
    Veröffentlichung: 30. Januar 2015 (erstmals am 1. Januar 2013)



    Inhalt

    Zwei Leichen bei einem Salzburger Campingplatz - ein Mann und eine Frau, beide Mitte zwanzig. Auf den ersten Blick sieht es nach Mord und Selbstmord aus, doch die beiden scheinen zu Lebzeiten keinen Kontakt miteinander gehabt zu haben. Die einzige Gemeinsamkeit ist eigentlich zu belanglos, um sie ernst zu nehmen: Die Toten haben in einer Lyrik-Gruppe auf Facebook stimmungsvolle Gedichte und Fotos ausgetauscht. Ganz harmlos? Beatrice Kaspary folgt ihrem Ermittlerinstinkt und schleust sich als U-Boot in die Gruppe ein. Bald ahnt sie, dass hier Botschaften ausgetauscht werden, die nur wenige Teilnehmer verstehen, düstere Botschaften voller Todesahnung. Und dann stirbt eine Frau aus der Lyrik-Gruppe...

    Meine Meinung

    Ich muss sagen, dass ich vor diesem Buch schon sehr lange keinen Krimi/Thriller mehr gelesen habe. Ich habe mich gefreut, mich mal wieder zu gruseln und mitzuraten, wer hinter allem bösen steckt.
    Wie ich es mittlerweile von Ursula Poznanski gewohnt bin, war dieses Buch wieder einmal eine spannende Freizeitbeschäftigung.
    Schon nach dem ersten Teil der Reihe fand ich Beatrice und auch Florin sehr sympathisch, wenn ich auch die Fokussierung der gegenseitigen Anziehung dieses Mal ein bisschen übertrieben fand. Auch wenn es vielleicht nicht stimmt - ich stelle mir Florin immer um einiges jünger als Beatrice vor und die Vorstellung der beiden als mögliches Paar finde ich irgendwie absurd.
    Ich finde wirklich spannend, dass in die Romane und Thriller von Ursula Poznanski immer wieder aktuelle Themen mit einbezogen werden. Hier ist es Facebook, im letzten Teil war es Geocaching und bei Layers waren es Datenbrillen. Trotzdem hat mich das Thema mit Krieg und Plünderei ein wenig abgeschreckt und ich fand den Zusammenhang zu den Morden nicht zu 100% schlüssig.
    Der Schreibstil war wie gewohnt wunderbar, man liest das ganze Buch in einem Rutsch und fühlt sich immer wie zu Hause zwischen ihren Worten.
    Bezüglich der Hintergrundgeschichte zu den Mord-Fällen hat mir der erste Teil zwar besser gefallen, aber ich fühlte mich hier dennoch gefesselt und mittendrin statt nur dabei.
    Vorherzusehen war die Auflösung des Falls auf jeden Fall nicht, aber der wahre Grund für die Morde hat mir deshalb nicht besser gefallen.
    Ich habe nichts gegen brutale Krimis, oder sagen wir besser brutale Morde, wenn diese zumindest ein wenig nachvollziehbar sind. Aber Menschen, die nur zum Spaß töten und meistens Mitmenschen, die sie gar nicht kennen, das finde ich widerlich.
    Zum Glück war das Buch überwiegend beherrscht von Ermittlungsszenen und diesmal auch einigen emotionalen Momenten, sodass die sinnlose Gewalt nicht im Vordergrund stand und ich die Spannung genießen konnte.

    Fazit

    Eine gute Fortsetzung der Beatrice-Kaspary-Reihe, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
    Dafür gibt es 4 von 5 Bäumchen.



    [Buch] Bird Box - Schließe deine Augen


    Autor: Josh Malerman
    Sprache: deutsch
    Originaltitel: Bird Box - Don't open Your Eyes
    Reihe: -
    Seiten: 320
    Verlag: Penhaligon
    Gelesene Edition: Hardcover, 19,99€
    ISBN/ASIN: 978-3764531218
    Veröffentlichung: 16. März 2015 (erstmals am 1. März 2014)


    Inhalt

    Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …

    Meine Meinung

    Ein wirklich verrücktes Buch, von dem mit Sicherheit alle Leser hoffen, dass diese Welt niemals Wirklichkeit wird.
    Die Welt in der Malorie lebt wird von irgendwelchen Unwesen beherrscht (ich gehe davon aus, dass es Unwesen sind, da sie sich selbstständig fortbewegen, kommen und gehen wie es ihnen passt), die niemand, der noch am Leben ist, je gesehen hat. Zunächst glauben sie und viele andere nicht daran, dass sie machtlos zusehen müssen, wie ihr Land sich verändert und zu einem Ort voller Misstrauen, Wahnsinn und Angst wird, bis es ihre eigene Schwester trifft. Daraufhin beschließt Malorie sich ein sichereres Zuhause zu suchen und trifft so auf Tom, Don, Cheryl und Jules.
    Die Charaktere des Buches sind sehr gut beschrieben, besonders Tom, Don und Gary kann man sich sehr gut vorstellen - wenn ich auch Malorie selbst nicht besonders mag. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber noch bevor ihre Schwester starb fand ich ihr Verhalten oft seltsam und ich hatte keinen Draht zu ihr.
    Sie wird stets als sehr distanzierte Person beschrieben, als ein Beobachter unter den Agierenden. Erst durch die Kinder wird sie selbst tätig. Dass sie den Kindern nie Namen gegeben hat, weil es wichtigeres gab (z.B. Überleben) fand ich ziemlichen Schwachsinn. Malorie war schon schwanger, als sie noch gar nicht an die Unwesen geglaubt hat und hat sich bestimmt damals schon Gedanken über Namen für ihr Kind gemacht. Die beiden dann einfach "Junge" und "Mädchen" zu nennen, fand ich nur phantasielos.
    Im Ganzen finde ich auch schade, dass man nichts über die Wesen erfährt, die die Menschen dazu bringen komplett auszurasten und sich selbst und alle in ihrer Nähe umzubringen. Es scheint, als ob der Autor etwas besonders spannendes schreiben wollte, ihm aber keine plausible Hintergrundgeschichte eingefallen ist. Das war ein bisschen mau.
    Spannend fand ich es trotzdem, mitzuerleben was Menschen tun, wenn sie nicht mehr hinsehen dürfen und in ihren Häusern mehr oder weniger eingesperrt sind. Ich wäre mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auch verrückt geworden, wenn ich nie mehr sehend das Haus verlassen dürfte. Oder ich würde den ganzen Tag lesen.
    Vom Ende war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Nachdem Malorie und ihre Kinder endlich den Fluss erreicht hatten war die Geschichte wirklich unheimlich spannend und da hätte ich mir einen Erhalt der Spannung oder zumindest ein einfallsreicheres Ende gewünscht. Das war leider nicht der Fall, sondern es wurde ein zu einfaches, abgespecktes Happy End serviert, das noch nicht mal durchdacht, sondern gefühlt kurzfristig hingepinselt war.
    Das Konzept der Rücksprünge in die WG-Zeit fand ich gelungen und auch passend. Eigentlich handelt das Buch von Malories Flucht und Reise auf dem Fluss, aber die Szenen wurden sehr gut genutzt um die Hintergründe zu erklären und die Welt in der sie lebt zu gestalten.

    Fazit

    Bird Box hat einige Schwächen, ist aber insgesamt trotzdem ein recht spannendes Buch gewesen, das mich wieder dazu gebracht hat mir die Frage zu stellen "Was wäre, wenn...?".
    Das hat mir gefallen, darum sind es trotzdem 3 Bäumchen.



    [Buch] Harry Potter and the Cursed Child

    Autor: J.K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
    Sprache: englisch
    Deutscher Titel: Harry Potter und das verwunschene Kind
    Reihe: Harry Potter #8
    Seiten: 330
    Verlag: Little Brown UK
    Gelesene Edition: Hardcover, 19,99€
    ISBN/ASIN: 978-0751565355
    Veröffentlichung: 31.07.2016



    Inhalt

    It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children.
    While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.

    Meine Meinung

    Anfang - spannend. Ende - super. Dazwischen - naja. 
    Ja manchmal kommt die Dunkelheit aus Richtungen, aus denen man es nicht erwartet hätte - hier aber eher nicht. Das Buch beginnt unheimlich spannend und als echter Harry-Potter-Fan habe ich erwartungsvoll die ersten Seiten gelesen und mir ausgemalt, in welche fantastischen Welten und zu welchen unheimlichen Entwicklungen es in diesem achten Teil kommen wird. 
    Als jahrelanger Anhänger, von denen sich insgeheim alle eine Fortsetzung der Reihe wünschen, habe ich mich auf dieses Buch ohne zu zögern stürzen müssen und bin nun hin- und hergerissen, was ich davon halten soll. 
    Ich habe eine Liste gemacht und auf der Pro-Seite steht zunächst der spannende Hintergrundgedanke: Ein Kind Lord Voldemorts. Eigentlich unfassbar und gar nicht möglich. Würde sich der dunkle Lord tatsächlich einer so niederen Lust hingeben? Ganz sicher nur, wenn er weiß, dass er sterblich und seine Macht nicht unendlich ist und er einen Nachfolger braucht um sein dunkles Werk fortzusetzen. Da er aber zu jeder Zeit in der wir von ihm gelesen haben, davon ausgegangen ist, dass er genug dafür getan hat um unsterblich zu sein, würde er sich nie von einem anderen Menschen abhängig machen. Für kein Gefühl der Welt. 
    Aber angenommen er hatte tatsächlich einen schwachen Moment. Ich war von dieser Möglichkeit fasziniert, aber vor allem zutiefst verängstigt. Wie wahrscheinlich wäre es, dass das Kind unabhängige Entscheidungen trifft, seinen eigenen Weg wählt und es auf die gute Seite schafft?
    Neben diesem Gedanken-Leckeli hat mir sehr gut gefallen, dass überwiegend altbekannte Charaktere (wenn auch teils aus dem Epilog des siebten Bands stammend) das Buch bestimmt haben. Ich habe mich gefühlt als würde ich nach Jahren alte Freunde treffen, die vorübergehend im weit entfernten Ausland gelebt haben. 
    Sehr gut gefallen hat mir auch die "Moral an der Geschicht'": Wie oft habe ich mir schon einen Zeitumkehrer gewünscht? Ja, wahrscheinlich jeden Tag. Aber! Jetzt weiß ich wieder, wieso genau es oft nichts bringt die Vergangenheit zu ändern: weil dann das Jetzt viiiiel schlimmer sein könnte, als es heute ist. Keiner kann voraussehen, was aus seinen Handlungen entsteht. Und nur eine einzelne Tat zu verändern kann so verrückt ausgehen, dass es das Risiko nicht wert ist. 
    Damit wäre ich bei meinem letzten und wichtigsten Punkt auf der Pro-Liste: EIN NEUES HARRY-POTTER-BUCH!!!

    Jetzt muss ich mich den negativen Punkten der Contra-Liste zuwenden. Und das fällt mir so schwer! Noch nie hatte ich an einem Buch von J.K. Rowling so viel auszusetzen! Ich schreibe all das John Tiffany und Jack Thorne zu... Die kenne ich nicht, die müssen es gewesen sein ;)
    Als erstes wäre da Harry. Harry, Harry - Dumbledore wäre enttäuscht gewesen von dir. Zuerst scheint er ganz normal zu sein, aber besonders im Umgang mit Albus erkennt man ihn gar nicht wieder. Die Zeit hat ihn verändert und sein Job macht ihn vermutlich wahnsinnig. Ich verstehe, dass man einem bedeutenden Charakter wie Harry einen hochpositionierten Job geben will, aber mal ehrlich: Abteilungsleiter? So ein Schreibtischjob ist einfach GAR NICHT sein Ding. Er muss raus und böse Jungs jagen, alles andere geht gar nicht. Man sieht ja wie unglücklich er damit ist.
    Zweiter Punkt: Ron. Er wird zwar als lustiger Kauz dargestellt, was ganz amüsant ist, allerdings entwickelt er sich im Laufe des Buchs zu einer dämlichen Witzfigur, mit der eine Hermine ganz sicher nicht verheiratet sein wollte. Der Ron, den ich in Erinnerung habe sorgt besonders durch seine Ironie und Sarkasmus für Lacher und nicht durch seine eigene Dummheit. Wenn ich er wäre - ich würde mich beschweren. Was haben sich die Autoren dabei gedacht? Armer Ron :(
    Um bei den Charakteren zu bleiben wende ich mich als nächstes Harrys Familie zu. Wenn man die erste Szene überspringt, könnte man glauben dass Harrys Familie nur aus Albus und Ginny besteht. Zu meinem Leidwesen lag der Fokus im gesamten Buch wirklich zu 100% auf Albus, sodass Lily und James einfach gar nicht mehr erwähnt wurden. Ich hätte so gerne alle Kinder kennen gelernt und ins Herz geschlossen. Es gab bestimmt unheimlich viele Szenen in denen James seinem Großvater zum Verwechseln ähnlich war und in denen Lily vielleicht versucht hat ihn auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Meine Hoffnung ist es, dass in einem nächsten möglichen Buch nochmals die Jahre behandelt werden, über die in diesem Buch nur am Rande gesprochen wurde und dort dann Lily und James' Schulzeit näher beschrieben wird.
    Zuletzt möchte ich gerne noch was zur Handlung sagen. Nach der Einführung in die Geschichte, nachdem die ersten drei Jahre vergangen waren und die Handlung beginnt sich zu verdichten, geht meiner Meinung nach alles etwas zu schnell und wird vor allem ziemlich wild. Albus' Beweggründe für seine Entscheidung werden zwar klar beschrieben, sind aber trotzdem nicht nachvollziehbar und vor allem extrem überstürzt. Mit einem hellen, besonnenen Kopf wie Scorpius an seiner Seite, der wie ein Klon von Hermine wirkt, ist es mir ein Rätsel, wie es zu dem ganzen Schlamassel kommen konnte, in dem die beiden nach kürzester Zeit stecken. Natürlich sind sie erst 13 oder 14, aber was haben Harry, Ron und Hermine in dem Alter schon geleistet! und sie wären nie auf so eine Idee gekommen. 
    Und ganz ehrlich: Man hat nur einmal die Chance ein achtes Buch von Harry Potter zu schreiben. Diese Geschichte ist nun geschrieben und veröffentlicht und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Da stellt sich mir nur eine Frage: WIESO???

    Fazit

    EIN NEUES HARRY-POTTER-BUCH vs. Warum habt ihr das den Charakteren (und den Fans!) angetan??
    Leider nur drei Bäumchen.